Viele Gäste kommen an den Ortasee und fragen sich nach dem ersten Espresso auf der Piazza: Und jetzt? Die gute Nachricht: Der See ist überschaubar, die Wege sind kurz, und fast alles Sehenswerte erreichen Sie in weniger als einer halben Stunde. Die noch bessere Nachricht: Es gibt mehr zu entdecken, als man denkt.

Hier haben wir unsere 20 Lieblingsideen gesammelt, sortiert nach Themen und mit ehrlichen Angaben zu Zeitbedarf, Kosten und dazu, ob Hund oder Kinder mitkommen können.

Was tun am Ortasee: das Wichtigste auf einen Blick

Wenn Sie nur wenig Zeit haben, sind das die zehn Dinge, die Sie nicht verpassen sollten:

  1. Insel San Giulio: Boot ab Piazza Motta, Basilika und Via del Silenzio. Etwa 1,5–2 Stunden, Überfahrt kostenpflichtig, mit Kindern gut machbar.
  2. Altstadt von Orta San Giulio: Piazza Motta, Palazzotto, Gassen und Seepromenade. 1–2 Stunden, kostenlos, mit Hund und Kindern ideal.
  3. Sacro Monte di Orta (UNESCO): 20 Kapellen im Wald über dem Ort. 1,5–2 Stunden, frei zugänglich, Hund an der Leine meist kein Problem.
  4. Madonna del Sasso: Kirche auf einem Granitfelsen hoch über dem Westufer, wohl der schönste Blick über den See. 1 Stunde plus Anfahrt, kostenlos.
  5. Torre di Buccione: mittelalterlicher Turm bei Gozzano, kurzer Waldweg. Etwa 1 Stunde, kostenlos, gut mit Hund.
  6. Wandern am See: Etappen auf dem Rundweg um den Ortasee, von 2 Stunden bis zu mehreren Tagen. Kostenlos, hundefreundlich.
  7. Baden und Wassersport: von Juni bis September, Strände, Segeln und Wakeboard. Halber bis ganzer Tag.
  8. Cascata della Qualba: Wasserfall im Wald oberhalb des Westufers. Halber Tag mit Spaziergang, kostenlos.
  9. Pella, Omegna, Ameno, Gozzano: Rundfahrt durch die Dörfer am See. Halber Tag mit dem Auto.
  10. Essen gehen: von der einfachen Trattoria bis zum Sternerestaurant in der Villa Crespi.

Wie viele Tage braucht man? Für das Wesentliche (Orta, Insel, Sacro Monte) reichen zwei Tage. Wer auch die Aussichtspunkte, die Dörfer und ein paar Wanderungen mitnehmen möchte, plant besser 4–5 Tage ein. Die übrigen zehn Ideen finden Sie in den Abschnitten weiter unten.

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Die Insel San Giulio: Basilika, Via del Silenzio und die Anreise

Die Isola San Giulio liegt nur wenige hundert Meter vor Orta und ist das Bild, das jeder vom Ortasee im Kopf hat. Hinüber kommen Sie ab der Piazza Motta: entweder mit den kleinen Taxibooten, die direkt am Platz ablegen, oder mit dem Linienschiff der Navigazione Lago d'Orta. Die Überfahrt dauert nur wenige Minuten.

Im Winter fahren die Boote seltener, in der Hauptsaison deutlich öfter. Die aktuellen Fahrpläne finden Sie auf der offiziellen Seite der Navigazione Lago d'Orta; die Taxiboote fragen Sie am besten direkt am Anleger.

Auf der Insel führt ein einziger schmaler Weg im Kreis um das Benediktinerinnenkloster herum. Er heißt Via del Silenzio bzw. Via della Meditazione: Kleine Schilder mit Sätzen über Stille und Achtsamkeit begleiten Sie, in mehreren Sprachen. Für die Runde brauchen Sie kaum 20 Minuten, aber nehmen Sie sich Zeit.

Herzstück ist die romanische Basilika San Giulio mit ihren Fresken und der berühmten Kanzel aus dunklem Stein. Der Legende nach kam der heilige Julius im 4. Jahrhundert auf seinem Mantel über das Wasser und vertrieb die Schlangen und Drachen von der Insel. Die ganze Geschichte erzählen wir in Die Legende von San Giulio, und wer es kurios mag, liest über Baron Lamberto und die Insel.

Tipp: Fahren Sie früh am Morgen oder am späten Nachmittag hinüber. Dann ist die Insel am stillsten, und die Via del Silenzio macht ihrem Namen alle Ehre.

Orta San Giulio zu Fuß: Piazza Motta, Palazzotto und die Gassen

Orta selbst ist so etwas wie ein Freilichtmuseum, nur bewohnt. Die Piazza Motta öffnet sich direkt zum See, gegenüber liegt die Insel. Am Platz steht der Palazzotto, das alte Gemeindehaus aus dem 16. Jahrhundert mit Fresken an der Fassade und offener Laube im Erdgeschoss.

Von hier lohnt sich ein Bummel ohne Plan: die gepflasterte Salita della Motta hinauf zur Pfarrkirche Santa Maria Assunta, durch die schmalen Gassen mit ihren Steinhäusern und Innenhöfen und zurück auf dem Weg am Ufer entlang. Für die Runde reichen eine bis zwei Stunden, mit Kaffeepausen gern mehr.

Einmal pro Woche gibt es einen Markt; welcher Tag aktuell gilt, erfahren Sie vor Ort oder bei uns im Haus.

Parken: Das historische Zentrum ist für Autos weitgehend gesperrt. Die Parkplätze liegen oben an der Straße, die am Ort vorbeiführt; von dort gehen Sie etwa zehn Minuten bergab. In der Saison verkehrt meist eine kleine Bimmelbahn bzw. ein Shuttle zwischen den Parkplätzen und dem Ortskern. Mehr zur Anreise lesen Sie in Mit dem Auto an den Ortasee.

Der Sacro Monte di Orta, UNESCO-Welterbe

Direkt über dem Ort liegt auf einer bewaldeten Halbinsel der Sacro Monte di Orta. Seit 2003 gehört er gemeinsam mit den anderen Sacri Monti in Piemont und der Lombardei zum UNESCO-Welterbe.

Auf einem Rundweg reihen sich 20 Kapellen mit Szenen aus dem Leben des heiligen Franz von Assisi aneinander, dargestellt mit lebensgroßen Terrakottafiguren und Fresken. Dazwischen öffnen sich immer wieder Blicke hinunter auf die Insel San Giulio.

Von der Piazza aus erreichen Sie den Sacro Monte zu Fuß in etwa 20 Minuten, es geht stetig bergauf. Oben ist es auch im Sommer schattig und im Winter wunderbar ruhig. Alles Weitere, auch zu den einzelnen Kapellen, finden Sie in unserem Artikel über den Sacro Monte di Orta.

Die schönsten Aussichtspunkte: Madonna del Sasso und Torre di Buccione

Madonna del Sasso ist eine kleine Wallfahrtskirche, die auf einem Granitfelsen hoch über dem Westufer thront. Vom Vorplatz aus überblicken Sie fast den ganzen See, mit der Insel tief unten. Man kann mit dem Auto bis fast vor die Kirche fahren oder sportlich zu Fuß von unten aufsteigen.

Die Torre di Buccione steht auf einem bewaldeten Hügel bei Gozzano, am Südende des Sees. Der mittelalterliche Wachturm ist über einen kurzen Spazierweg erreichbar, von oben sehen Sie den See in seiner ganzen Länge nach Norden.

Beide Orte sind an klaren Herbst- und Wintertagen am schönsten, wenn die Luft trocken ist und im Hintergrund manchmal schon verschneite Gipfel auftauchen.

Wandern und der Ortasee-Rundweg zu Fuß

Rund um den See führt ein markierter Wanderweg, der sich gut in Etappen einteilen lässt. Er verläuft meist etwas oberhalb des Ufers, durch Kastanienwälder, kleine Weiler und an alten Kapellen vorbei.

Etappen, Höhenmeter und unsere persönlichen Tipps stehen im Artikel Zu Fuß um den Ortasee. Weitere Ideen fürs Draußensein, vom Radfahren bis zum Kajak, finden Sie unter Outdoor-Aktivitäten am Ortasee.

Baden, Strände und Wassersport (Juni bis September)

Der Ortasee hat sauberes, klares Wasser und ist zum Schwimmen ausgesprochen angenehm. Es gibt öffentliche Badestellen, kleine Lidos und versteckte Uferstellen. Unsere Übersicht finden Sie in Strände am Ortasee, und was Sie über das Baden selbst wissen sollten, in Schwimmen im Ortasee.

Auf dem Wasser ist der See ideal zum Segeln: Die Winde sind meist gutmütig, siehe Segeln am Ortasee. Wer es sportlicher mag, probiert Wakeboard und Wakesurf.

Wasserfälle und Natur: die Cascata della Qualba

Oberhalb des Westufers, bei Nonio, stürzt die Cascata della Qualba durch den Wald. Ein Spazierweg führt hin, und an heißen Tagen ist das kalte Wasser eine echte Erfrischung. Mehr dazu und zum Thema Kaltbaden lesen Sie in Kaltes Wasser und Wasserfall am Ortasee.

Dörfer rund um den See: Pella, Omegna, Ameno, Gozzano

Pella liegt am Westufer genau gegenüber von Orta. Eine kleine Uferpromenade, ein romanischer Kirchturm und ein schöner Blick auf die Insel, dazu deutlich weniger Trubel.

Omegna ist die größte Stadt am See, am Nordende. Hier fließt die Nigoglia aus dem See ab, und zwar nach Norden, eine Besonderheit unter den Voralpenseen. Omegna ist außerdem eng mit der Haushaltswarenindustrie verbunden; einige bekannte Designmarken haben in der Umgebung ihren Ursprung.

Ameno liegt auf einer Hochebene östlich von Orta, ein ruhiges Dorf mit Villen, Parks und viel Grün.

Gozzano am Südende wird von der Basilika San Giuliano überragt, die dem Bruder des heiligen Julius geweiht ist. Ganz in der Nähe liegt die Torre di Buccione.

Halbtagesrunde mit dem Auto: Orta – Gozzano mit Abstecher zur Torre di Buccione – am Westufer hinauf nach Pella – Madonna del Sasso – weiter nach Omegna – über das Ostufer zurück nach Orta. Mit Pausen sind Sie etwa vier bis fünf Stunden unterwegs.

Wo essen: von der Trattoria bis zur Villa Crespi

Am Ortasee isst man gut, ohne dass es kompliziert sein muss: Risotto, Seefisch, Polenta, Wurst und Käse aus den Tälern ringsum. Unsere Empfehlungen finden Sie in Wo essen am Ortasee.

Für einen besonderen Abend gibt es die Villa Crespi, eine Villa im maurischen Stil mit einem der bekanntesten Sternerestaurants Italiens. Mehr in unserem Erfahrungsbericht zur Villa Crespi.

Was tun am Ortasee im Winter und bei Regen

Von November bis März ist der Ortasee ein anderer Ort: leere Gassen, Nebel über dem Wasser, Kaminduft. Gerade das macht seinen Reiz aus.

Weitere Ideen für die ruhige Jahreszeit finden Sie in Der Ortasee im Herbst und Winter. Von Oktober bis Mai vermieten wir Villa Volpe übrigens auch monatsweise, ideal für Homeoffice mit Seeblick.

Mit Hund oder Kindern

Mit Hund

Alles zu Regeln, Badestellen und Restaurants: Ortasee mit Hund.

Mit Kindern

Mehr Ideen in unserem Familienguide zum Ortasee. Für Gäste mit eingeschränkter Mobilität haben wir einen eigenen Guide zur Barrierefreiheit.

Wie viele Tage bleiben und wo übernachten

2 Tage: das Wesentliche

4 Tage: der See in Ruhe

1 Woche: ankommen statt abhaken

Um alles ohne Eile zu erleben, stellen Sie Ihre Koffer am besten in Orta San Giulio ab: Villa Volpe bietet Platz für 4 Personen und Ihren Hund, liegt direkt an der Seepromenade mit eigenem, rollstuhlgerechtem Strand und nur wenige Gehminuten von der Piazza Motta entfernt. Wenn Sie direkt bei uns buchen, bekommen Sie den besten Preis; von Oktober bis Mai fragen Sie gern nach unserem Monatstarif.

Häufige Fragen

Wie viele Tage braucht man für den Ortasee?

Für Orta San Giulio, die Insel und den Sacro Monte reichen zwei Tage. Wer auch Aussichtspunkte, Dörfer und Wanderungen erleben möchte, sollte 4–5 Tage einplanen.

Wie kommt man zur Insel San Giulio?

Ab der Piazza Motta in Orta fahren kleine Taxiboote sowie das Linienschiff der Navigazione Lago d'Orta; die Überfahrt dauert nur wenige Minuten. Im Winter fahren die Boote seltener, die aktuellen Fahrpläne stehen auf der offiziellen Website.

Lohnt sich der Ortasee im Winter?

Ja, vor allem für alle, die Ruhe suchen: leere Gassen, klare Tage mit weitem Blick und stimmungsvolle Spaziergänge am Sacro Monte. Rund um Weihnachten gibt es außerdem Märkte und Lichter in den Dörfern.

Was kann man am Ortasee bei Regen machen?

Besuchen Sie die Basilika auf der Insel und die Kirchen in Orta und Gozzano, oder machen Sie einen Ausflug nach Mailand oder an den Lago Maggiore. Auch der bewaldete Sacro Monte ist bei leichtem Regen sehr stimmungsvoll.

Ist der Ortasee hundefreundlich?

Ja, die Seepromenade, die Gassen von Orta und viele Wanderwege lassen sich gut mit Hund an der Leine erkunden. Für Badestellen und Restaurants lohnt sich ein Blick in unseren Guide zum Ortasee mit Hund.