San Giulio wurde 330 n. Chr. auf der griechischen Insel Ägina geboren. Er hatte einen Bruder, San Giuliano, der ihn auf seinen Reisen rund um die Welt begleitete. Nach Auseinandersetzungen mit Heiden, die sich den Christen widersetzten, und Streitigkeiten mit den frühen Christen über die Auslegung der Glaubenslehre verließ er Ägina in Richtung Italien.

Während seiner Pilgerreise durch Italien erhielt er die kaiserliche Genehmigung, heidnische Tempel abzureißen und an ihrer Stelle christliche Kirchen zu errichten. Als er die Region des Ortasees erreichte, war er von der einsamen Schönheit einer Insel gefesselt und beschloss, dort eine Kirche zu Ehren Christi zu erbauen.
Als er darum bat, mit einem Boot zur Insel gebracht zu werden, stieß er auf Widerstand: Die Einheimischen weigerten sich und behaupteten, sie beherberge Drachen, Schlangen und gefährliche Riesenwesen. San Giulio vollbrachte daraufhin sein erstes Wunder: Er breitete seinen Mantel über das Wasser, trat darauf und gebot ihm, ihn sicher zur Insel zu tragen.
Nach seiner Ankunft vertrieb er die Ungeheuer der Insel. Ein Beweis soll noch erhalten sein: „ein sehr großer Wirbel eines furchterregenden Geschöpfs" hängt an einer Schnur in der Sakristei der Kirche San Giulio.
San Giulio begann mit dem Bau seiner Kirche, angeblich die hundertste, die er und sein Bruder errichten sollten. Historiker streiten darüber, ob es zwei verschiedene Brüder gab oder ob San Giulio im Laufe der Geschichte mit unterschiedlichen Namen bezeichnet wurde. Der Leichnam von San Giuliano soll auf der Insel geruht haben, bevor er nach Gozzano überführt wurde, während die sterblichen Überreste von San Giulio in einer Krypta unter dem Altar der Kirche ruhen, die für Besucher zugänglich ist.
Die Insel nahm nach der Gründung seiner Kirche den Namen San Giulio an. Er sicherte den Besitz der christlichen Kirche durch die Bischöfe von Novara und stellte sie unter den Schutz der Kurie von Novara.
