Von einem Nachkriegstraum zu einem Design-Glaswürfel. Die Geschichte der Familie Broggi.
Nach dem Zweiten Weltkrieg suchten Silvio und Dina Broggi nach einem Rückzugsort am See. Während einer Motorradfahrt entlang der Ufer des Piemont entdeckte ihr Sohn Giorgio ein Schild: „Baugrundstück zu verkaufen". Er erzählte es seinem Vater, der sich auf den ersten Blick in die Lage verliebte.
Das war der Anfang von allem.
Der Bau begann unter der Leitung von Ingenieur Giancarlo Badò. Das Haupthaus empfing die Familie mit ihren vier Kindern und wurde zum Herzstück ihrer Sommer am Ortasee, wo über Jahrzehnte hinweg Hochzeiten und wichtige Familienereignisse gefeiert wurden.
Nach dem Tod von Silvio und Dina erbten Giorgio und sein Bruder Marco das Anwesen und teilten es untereinander auf, wobei sie einen Anbau in Richtung Garten hinzufügten. Das Haus am See wurde zu einem festen Bestandteil der Familientradition.
Als die Familie größer wurde, errichtete sie am südlichen Ende des Gartens ein 18 Quadratmeter großes Gebäude. Giorgios Frau Maura taufte es augenzwinkernd „La Quiete" (Die Ruhe) — ein eigener Bereich für die Kinder, um die Gelassenheit der Erwachsenen zu wahren. Später wurde er zum beliebten Treffpunkt für Kartenspiele.
Als Giorgios Sohn Silvio eine Erkrankung entwickelte, die seine Mobilität einschränkte, wurde die Architektur aus den 1950er-Jahren unzugänglich. Die Familie begann, La Quiete in eine ebenerdige, vollständig barrierefreie Wohnung umzuwandeln — ein Projekt, das ein Jahrzehnt voller Auseinandersetzungen mit der italienischen Bürokratie in Anspruch nehmen sollte.
Die Verwandlung war vollendet: ein moderner Design-Glaswürfel — vollständig barrierefrei, nur wenige Meter vom See entfernt. Der Name „Villa Volpe" ehrt Giorgios Frau Maura, deren „schlaue Fuchsnatur" (volpe bedeutet auf Italienisch Fuchs) sie durch die komplexen Vorschriften navigieren ließ, die das Projekt erst möglich machten.
Heute von Alberto geführt, heißt die Villa Volpe Gäste aus aller Welt willkommen. Über 690 glückliche Besucher haben diesen einzigartigen Ort genossen, an dem Familiengeschichte, modernes Design und die Schönheit des Ortasees zusammenkommen.
Nonno Giorgio erwarb einen Ingenieurabschluss und baute eine herausragende Karriere am De Agostini Geographic Institute als Technischer Direktor auf, wo er die Digitalisierung der geografischen Kartenproduktion vorantrieb.
1996 ging er in den Ruhestand, hörte aber nie auf zu lernen — bis zum Alter von 90 Jahren unterrichtete er Computerkenntnisse. Heute genießt er das Leben als Urgroßvater, noch immer an den Ufern des Sees, den seine Familie seit fast siebzig Jahren ihr Zuhause nennt.