Der Ortasee liegt im Piemont, rund 90 Kilometer nordwestlich von Mailand, eingebettet zwischen Ebene und den ersten Alpenausläufern. Er ist der westlichste der großen italienischen Seen, und weil er abseits der großen Touristenachse liegt, halten ihn viele für umständlich erreichbar. Das ist er nicht: Ab der Landung in Malpensa ist es weniger als eine Stunde bis ans Wasser.
Ab Mailand Malpensa — der bequemste Flughafen
Malpensa (MXP) ist mit Abstand das beste Tor zum See. Mit dem Auto sind Sie je nach Verkehr in 50 Minuten bis einer Stunde in Orta San Giulio: auf die A26 Richtung Norden, Ausfahrt Borgomanero oder Arona, danach der SP229 Richtung Gozzano und Orta folgen.
Wer nicht selbst fahren möchte, fährt mit einem privaten Transfer am entspanntesten und genauso schnell. Taxis stehen an beiden Terminals bereit — den Preis aber vorher vereinbaren.
Mit der Bahn — und das Detail, das niemand erwähnt
Der Ortasee hat einen eigenen Bahnhof: Orta-Miasino an der Strecke Novara–Domodossola. Ab Malpensa fahren Sie zunächst nach Busto Arsizio Nord (etwa 13 Minuten), weiter nach Novara Nord (etwa 29 Minuten), dann zu Fuß durch die Unterführung zum Hauptbahnhof Novara, von dem die Züge nach Orta-Miasino abfahren (etwa 50 Minuten). Insgesamt rund zwei Stunden.
Und jetzt der Punkt, der Gäste kalt erwischt: Zwischen Novara und Orta-Miasino fahren die Züge selten. Am späten Vormittag klafft eine große Lücke, und sonntags wird dieser Abschnitt gar nicht bedient. Wer sonntags oder spätabends ankommt, plant besser mit Auto oder Transfer. Prüfen Sie die aktuellen Fahrpläne bei Trenitalia, bevor Sie sich auf die Bahn festlegen.
Der Bahnhof Orta-Miasino liegt nicht im Ort selbst, sondern im Ortsteil Legro, knapp einen Kilometer entfernt. Bergab ist das ein angenehmer Spaziergang von einer Viertelstunde, alternativ fährt die Buslinie 5. Mit Gepäck wieder hinauf ist deutlich weniger reizvoll — hier lohnt sich das Taxi.
Ab Mailand Stadt und von den anderen Flughäfen
Von der Mailänder Innenstadt rechnen Sie mit anderthalb Stunden Fahrt. Züge fahren ab Milano Centrale über Novara — mit demselben Sonntagsvorbehalt auf dem letzten Abschnitt.
Linate bietet sich an, wenn Sie ohnehin in Mailand umsteigen, kostet aber rund vierzig Minuten zusätzliche Fahrzeit. Bergamo Orio al Serio liegt etwa zwei Autostunden entfernt und lohnt sich nur, wenn der Flugpreis den Transfer rechtfertigt. Turin Caselle sind etwa eine Stunde vierzig. Aus der Schweiz ist die Anreise unkompliziert: über Simplon oder Gotthard sind Sie von Zürich in zwei bis drei Stunden am See.
Parken — und warum der Ort so ruhig ist
Der historische Ortskern von Orta San Giulio ist autofrei, und genau daher rührt seine Atmosphäre. Besucher parken auf den Parkplätzen oberhalb des Dorfes und gehen hinunter: fünf bis zehn Minuten, überwiegend bergab, teils über Kopfsteinpflaster.
Wer in der Villa Volpe wohnt, hat dieses Problem nicht: Das Haus liegt an der Uferstraße direkt außerhalb der Fußgängerzone und verfügt über eigene Parkplätze. Sie laden vor der Tür aus und lassen das Auto die ganze Woche stehen.
Unterwegs vor Ort
Im Alltag brauchen Sie hier wirklich kein Auto. Öffentliche Boote queren den See und verbinden Orta San Giulio in wenigen Minuten mit der Insel San Giulio. Busse verbinden die Uferdörfer, und im Sommer pendelt ein kleiner Touristenzug zwischen den Parkplätzen und der Piazza Motta. Alles Sehenswerte am Ostufer ist zu Fuß oder mit einer kurzen Bootsfahrt erreichbar.
Für die weitere Umgebung — das Gebiet rund um den See, den Lago Maggiore, den Mottarone — zahlt sich ein Auto aus. Wenn Sie noch überlegen, an welchem See Sie Quartier nehmen: Unsere Vergleiche mit dem Lago Maggiore und dem Gardasee stellen die Unterschiede nebeneinander.
Kurz gefasst
Landen Sie in Malpensa, fahren Sie selbst oder buchen Sie einen Transfer — in weniger als einer Stunde stehen Sie am Ufer des Ortasees. Nehmen Sie die Bahn, wenn Sie Bahnfahren mögen und nicht sonntags anreisen. Und wenn Sie da sind: parken und das Auto vergessen.
